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Angst vor anderen Menschen

Hallo an Alle,

um EFT effektiv anzuwenden, ist es normalerweise hilfreich, erst die Ursache des Themas herauszufinden. Moira McFadyen aus Schottland zeigt jedoch in dem folgenden Artikel, dass das nicht immer nötig ist. Wenn wir hartnäckig EFT anwenden, erfolgt die Lösung auf jeden Fall. Es scheint so, als ob die eigentlichen Themen dahinter gelöst werden würden.

Hugs, Gary

Hallo Gary,

ich dachte, dass diese Erfahrung, die ich mit einer Klienten mit Angst vor Menschen gemacht habe, interessant sein könnte. Wir haben nie herausgefunden, was die Ursache der Angst war, aber wir haben erreicht, diese Angst aufzulösen.

Katie kam zu mir und berichtete mir, dass ihre Angst vor sozialen Anlässen wirklich begann, ihr Leben zum Negativen hin zu beeinflussen. Sie hatte von ihrer Arbeit aus an einem Tag teilgenommen, an dem Teams gebildet werden sollten, und hatte sehr Angst davor gehabt. Trotz ihrer Angst fühlte sie sich gut, bis ihr Vorgesetzter sie bat, sich an einen anderen Tisch zu sitzen und sie sich daraufhin alleine mit einer Gruppe von fremden Menschen wiederfand. Sie geriet in Panik und wurde sehr aufgeregt, und das war sie immer noch, als sie mir jetzt vier Wochen später davon erzählte.

Katie machte den Eindruck, eine sehr selbstsichere Person zu sein, und sie bestätigte mir auch, dass sie selbstsicher in allen anderen Bereichen ihres Lebens war. Sie konnte nur nicht mit sozialen Situationen umgehen, besonders nicht wenn Spiele beteiligt waren. Sie haßte es, wenn Menschen sie anschauten, wenn sie sich schämte und dumm fühlte. Die Angst begann immer schon, wenn sie nur eingeladen wurde. Dann wuchs die Angst von Tag zu Tag bis zu dem Termin der Party oder des gesellschaftlichen Anlasses so sehr, dass sie dann richtiggehend in Panik geriet und nicht mehr dorthin gehen wollte.

Ich fragte sie, ob sie wüßte, wann diese Angst begonnen habe, und sie sagte, dass sie keinerlei schlechte Erinnerungen zu Partys oder Ähnlichem als Kind hatte. Sie sagte, dass sie sich erinnern konnte, einmal mit zehn Jahren so getan zu haben, als ob sie krank sei, nur um nicht auf eine Weihnachtsparty gehen zu müssen, aber sie konnte sich nicht mehr erinnern, warum. Sie hatte auch ihre Eltern gefragt, ob sie sich an eine unangenehme Situation bei einer Party erinnern konnten, aber ihnen war auch nichts eingefallen.

Ich sagte Katie, dass es kein normales Verhalten sei für ein Kind, Krankheit vorzutäuschen, und dass irgendetwas geschehen sein musste bei der vorherigen Party. Katie stimmte mir zu, aber sie konnte sich an nichts erinnern.

Ich schlug vor, dass wir mit ihrem inneren Kind arbeiten und all die Möglichkeiten, die ein Kind bei einer Weihnachtsfeier aufregen konnten, mit einbeziehen. Um das zu tun, schloss ich für einige Minuten meine Augen, stellte mir vor, ich wäre zehn Jahre alt und stellte mir alle möglichen schwierigen Situationen vor, die mir bei einer Weihnachtsfeier geschehen konnten, wie verloren gehen, geneckt werden, ausgelacht werden, bei Spielen versagen, zurückgewiesen werden, vergessen werden, kein Geschenk vom Nikolaus bekommen, sich dumm fühlen, sich schämen.

Ich bat Katie, bei jedem Szenario mitzuklopfen und beobachtete sie gut, um genau zu sehen, wo sie gefühlsmäßig oder körperlich zeigte, dass etwas sie „berührte“. Da, wo bestimmte Wörter zeigten, dass sie emotional reagierte, erweiterten wir die Klopfsequenz und klopften zu jedem möglichen Aspekt. Die beiden stärksten „Trigger“ für Katie waren die Wörter „zurückgewiesen“ und „verlassen“. Wir klopften weiter mit diesen Wörtern und bauten sie in jedes Szenario mit ein, bis ihr Intensitätslevel bei 0 war(auf einer Skala von 0 bis 10).

  • Auch wenn mein 10 Jahre altes inneres Kind sich bei der Weihnachtsfeier verlassen gefühlt hat, sie konnte ihren Vater nicht finden, sie fühlte sich allein und verlassen, kann sie nun diese Angst loslassen, weil jeder sie liebt und sie sicher und geborgen ist.
  • Auch wenn mein 10 Jahre altes inneres Kind sich bei der Weihnachtsfeier zurückgewiesen gefühlt hat und sich immer noch verletzt fühlt und sich schämt, kann sie nun diese Verletzung loslassen, keiner lacht sie mehr aus und sie ist sicher und geborgen.

Ich sah Katie drei Mal. Während der ersten Sitzung konzentrierten wir uns völlig auf die unbekannte Angst. Bei den beiden folgenden Sitzungen arbeiteten wir an der Lösung zweier emotionaler Themen, die mit der Gesundheit ihrer Eltern zu tun hatten, was ihren aktuellen Stress noch erhöhte. Trotzdem verbrachten wir sicher die Hälfte dieser beiden Sitzungen damit, uns wieder mit der unbekannten Angst und restlichen „tail-enders“ zu beschäftigen. Ich machte das so, dass ich die Einstimmungssätze, die die größten emotionalen Reaktionen ausgelöst hatten, aus einer anderen Sicht oder einem anderen Aspekt anging. Bei der der dritten Sitzung zeigte sie keinerlei Reaktionen mehr auf alle Szenarien, die wir angesprochen hatten. Dann sah ich Katie drei Wochen nicht wegen meines jährlichen Urlaubs.

Als sie zu ihrer vierten Sitzung kam, fragte ich sie, wie es ihr ginge, und sie sagte: „absolut fantastisch“. Sie erzählte mir, dass sie seit unserem letzten Treffen zwei Mal eingeladen worden war und keinerlei Probleme gehabt hatte, hinzugehen. Auch plante man an ihrer Arbeitsstelle eine Weihnachtsfeier und sie freute sich jetzt darauf, völlig entspannt und ohne jedes Anzeichen von Nervosität. Sie war begeistert, was EFT für sie getan hatte!

Liebe Grüße

Moira McFayden